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Das 3-Stufen-Konzept der Übungen

Bei jeder Übung erhält der Patient eine Aufgabe, ein so genanntes Problem (z. B. Erkennen von verschiedenen Figuren bei geschlossenen Augen). Durch geführte, assistierte oder aktive Bewegungen soll der Patient bestimmte Informationen aufnehmen und somit sein Problem – das Erkennen der Figur – lösen. Es ist also von großer Bedeutung, dass jede Bewegung ein überprüfbares Ziel hat, denn die abstrakte Bewegung ist für das ZNS sinnlos und führt zu keinem Lerneffekt.

Bei den meisten Übungen wird die Bewegung mit geschlossenen Augen durchgeführt, um so die Körperwahrnehmung in den Vordergrund zu rücken und um dadurch die meist dominante visuelle Komponente nicht zu sehr als kompensatorische Informationsaufnahme zu etablieren.

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Bei den Übungen 1. Grades werden die Bewegungen des Patienten komplett vom Therapeuten geführt. Durch die geführten Bewegungen soll der Patient verschiedenste taktil-kinästhetische Informationen einholen. Der Patient soll lernen, bei den dabei entstehenden Dehnungen der involvierten Muskulatur eventuelle abnorme Reaktionen zu kontrollieren. Das Beherrschen der abnormen Reaktionen auf Dehnung ist eine wesentliche Voraussetzung für das Entstehen von physiologischen Bewegungen.
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Bei den Übungen 2. Grades führen Therapeut und Patient die Bewegung gemeinsam aus, d. h. der Patient beginnt einen immer größer werdenden Teil der Bewegung aktiv zu übernehmen, aber jeweils nur soviel, dass es zu keinen pathologischen Elementen kommt, wie z. B. die abnorme Irradiation (überschießende Muskelkontraktion). Die gemeinsam ausgeführte Bewegung dient wiederum dazu, vorgegebene Informationen einzuholen.
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Bei den Übungen 3. Grades beginnt der Patient schleichend und kaum merkbar die Bewegung selbstständig auszuführen. Dabei wird versucht, die kinematische Kette sukzessiv zu verlängern und immer komplexere Aufgaben durchzuführen. Die aktive Bewegung dient wiederum dem Einholen bestimmter Informationen. Der Patient muss lernen, das eventuelle Auftreten von primitiven Bewegungsschablonen (elementare Schemata) zu vermeiden und stattdessen hoch entwickelte, fragmentierte Bewegungen hervorzubringen.

Die systemische Durchführung der aufeinander abgestimmten Übungen verlangt eine präzise Arbeitsweise und dient der ständigen Qualitätskontrolle der durchgeführten therapeutischen Maßnahmen.